Neues Jahr und alte Muster

Das neue Börsenjahr hat an den Aktienmärkten so gestartet, wie das alte Jahr sich verabschiedet hat. Amerikanische Technologieaktien zogen einmal mehr die Bewunderung vieler Anleger auf sich. Auch an der japanischen Börse setzten sich die Trends des Vorjahres mit Schwung fort.

Wie bereits im Jahr 2023 zeigte die Tokioter Börse den anderen Aktienhandelsplätzen die Rücklichter. Vieles spricht jetzt dafür, dass die alten Höchststände aus dem Jahr 1989 noch in diesem Jahr übertroffen werden können. Dann hätte Japan den Anschluss an die Gruppe der Aktienmärkte geschafft. Nicht minder interessant ist die Frage, ob die japanische Landeswährung Yen ihre lange Talfahrt gegenüber Dollar und Euro beenden kann. Angesichts der hohen Zinsdifferenzen zwischen Geldanlagen im Yen und in Dollar bzw. Euro wurde der Yen in den letzten Jahren gemieden und kam kräftig unter Druck. Diese Entwicklung war der japanischen Notenbank genehm, sorgte sie doch für importierte Inflation vor allem bei eingeführten Energierohstoffen. Überdies blieb die japanische Zentralbank bei ihrer Nullzinsstrategie, so dass Zinsanleger in Nippon wenig zu holen hatten. Nun aber nährt sich die Aussicht auf sinkende Zinsdifferenzen aus zwei Trögen. Zum einen besteht die Chance, dass die Bank of Japan im Laufe des Jahres ihre Nullzinspolitik aufgibt und angesichts einer etablierten Inflation normalisierte Zinsen anstrebt. Zum anderen erwarten die Finanzmärkte sinkende Zentralbankzinsen in Europa und den USA.

Im Reich der Mitte setzt sich der Vorjahrestrend ebenfalls nahtlos fort. Die Börse in Hongkong brach im Januar ein und verlor 9 %. Die wirtschaftliche Abkühlung und die Pleite des riesigen Immobilienentwicklers China Evergrande verdarben die Stimmung. In Gang gesetzte Stimulationsbemühungen der kommunistischen Regierung fruchteten bisher noch nicht.

Auch am Zinsmarkt ähneln die Verlaufsmuster des Januars jenen der vorangegangenen zwei Monate. Die Zinsen zehnjähriger Staatsanleihen waren sowohl in Amerika als auch in Europa rückläufig. Einzelne Länder verdienen dabei, herausgehoben zu werden. Es ist einer speziellen Erwähnung wert, dass etwa Griechenland, das zentrale Land der Euro-Krise im Jahr 2011, inzwischen lediglich 3,2 % für seine zehnjährigen Staatspapiere berappen muss, gerade einmal einen Prozentpunkt mehr als die Bundesrepublik Deutschland. Vom deutschen Staat verlangen die Kapitalmärkte derzeit 2,15 % Zinsen bei zehnjähriger Laufzeit. Angesichts einer Inflationsrate von 2,9 % im Januar ein bemerkenswert niedriger Wert. Realer Vermögensaufbau ist mit solchen Anleihen gewiss nicht herbeizuführen. Überhaupt fällt auf, wie gering die Renditeerwartungen der Zinsinvestoren inzwischen geworden sind. Scheinbar nehmen sie wohlgemut mit den negativen Realzinsen vorlieb.

Besser sind die Aussichten auf den Aktienmärkten, zumal der Internationale Währungsfonds in Washington zuletzt seine Wachstumsprognose für die Welt angehoben hat. Viel wichtiger ist aber, dass Unternehmen dynamische Einheiten sind, die sich an neue Gegebenheiten anpassen können. Durch den Einsatz neuer Techniken können z. B.  Produktivitätssteigerungen erzielt werden. Die Digitalisierung und Methoden der künstlichen Intelligenz wirken in diese Richtung. Insofern erwarten die sechs LOYS Fonds einen konstruktiven weiteren Jahresverlauf an den Börsen. Von besonderem Vorteil wäre es, wenn solche Segmente aufwachen könnten, die seit Jahren vernachlässigt werden.


Ihre

Fondsmanager und Mitinvestoren

Dr. Christoph Bruns               Ufuk Boydak       

Chicago,                                    Frankfurt a.M. am 31.01.2024