Podcast-Transkript
Tom Roth: Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge unseres Podcasts. Mit mir hier im Büro wieder Markus Herrmann. Hi Markus.
Markus Herrmann: Hi Tom.
Tom Roth: Wir haben ja schon mal darüber gesprochen: Die Wirtschaftsprognosen wurden in Deutschland angehoben. Nichtsdestotrotz hört man ja auch bei verschiedensten Industrien und anderen Bereichen, dass es dennoch Stellenabbau gibt, Kosteneinsparungen und ich hätte überlegt, dass wir da vielleicht mal ein bisschen tiefer reingehen. Du redest da auch mit sehr, sehr vielen Unternehmen. Wie stellt sich das überhaupt dar und wie kommt es dennoch dazu, dass die Prognosen angehoben wurden?
Markus Herrmann: Ja, ich war ja jetzt im September auch auf vielen Konferenzen unterwegs. September ist so ein typischer Konferenzmonat nach der Sommerpause. Da hatte man quasi einige Wochen nichts von den Unternehmen gehört. Jetzt kommen alle wieder sozusagen erholt zurück und müssen den Investoren dann die Fragen beantworten.
Markus Herrmann: Dementsprechend war ich auf einer großen Konferenz in Frankfurt und dann auch unlängst in München. München natürlich momentan Oktoberfestzeit. Das nutzen die Broker gerne, um dort Konferenzen abzuhalten, weil natürlich gerade internationale Investoren gerne nach München kommen, um sich die Unternehmen anzuschauen und auch abends das Oktoberfest zu genießen.
Markus Herrmann: Ich hatte alleine in München beispielsweise innerhalb von drei Tagen 23 verschiedene Unternehmensgespräche. Da bekommt man natürlich ein ganz gutes Gefühl dafür, was momentan die Branchen bewegt. Insgesamt kann man das, was wir in den Daten, in den Sentimentdaten, Einkaufsmanagerindizes und so weiter sehen, auch bei den Unternehmensgesprächen spüren.
Markus Herrmann: Die Stimmung verbessert sich in der Breite, aber es gibt natürlich immer noch Verliererindustrien und gleichzeitig Gewinnerindustrien. Auch wenn es insgesamt tatsächlich besser wird, gibt es eine ordentliche Bandbreite an Bewegungen. Wir haben einfach strukturell schwierige Segmente: Autoindustrie, Autozulieferer beispielsweise, aber auch die Schwerindustrie, Basischemie.
Markus Herrmann: Da läuft es jetzt kurzfristig zwar besser, weil die chinesische oder asiatische Konkurrenz einfach ein Problem hat, an genügend Rohstoffe aus dem Mittleren Osten, sprich Öl und Gas, zu kommen. Das bringt jetzt eine kleine Sonderkonjunktur für die europäische Chemieindustrie. Aber das wird wahrscheinlich leider nicht von Dauer sein, weil die strukturellen Nachteile zu groß sind.
Markus Herrmann: Auf der positiven Seite haben wir aber viele andere Bereiche, bei denen es besser läuft und wo die Nachfrage steigt. Viele Projekte wurden ja über die Jahre verschoben, weil der wirtschaftliche Ausblick zu unsicher war, weil Zölle aufgekommen sind, Kriege angefangen wurden etc. pp. Da denke ich gerade auch an viele IT-Dienstleister, die natürlich davon abhängen, dass der Kunde eine gewisse Visibilität hat und dann auch Projekte anstößt.
Markus Herrmann: Da sehen wir, dass es besser läuft. Da rutschen dann die Softwareunternehmen auch mit rein. Wir sehen natürlich alles, was mit dem Thema KI zu tun hat: Energieerzeugung, das boomt noch und nöcher, muss man sagen. Da muss man dann natürlich aufpassen, was die Bewertung der Aktien angeht. Die sind logischerweise schon gut gelaufen. Hier und da kann man auch eine gute Investition machen, aber aus meiner Sicht nicht mehr in der Breite.
Markus Herrmann: Und dann haben wir natürlich noch die allgemeine Industrie. Das sind dann Industriezulieferer beispielsweise für den Maschinenbau, die Elektroindustrie, aber auch im Bereich der sogenannten Commercial Vehicles, also zum Beispiel Traktoren, Trucks oder auch Auflieger. Da läuft es in der Breite jetzt auch wieder besser. Es wird mehr investiert von den Endkunden, weil die Visibilität einfach gestiegen ist.
Tom Roth: Also zeigt sich da doch ein sehr differenziertes Bild, dass es viele Industrien gibt, die gut laufen. Manche haben ein paar mehr Probleme. Aber grundsätzlich entwickeln sich auch Unternehmen, die international aufgestellt sind und viel exportieren, wieder sehr positiv.
Markus Herrmann: Ja, also wir sehen, dass nicht nur die Stimmung in Deutschland ansteigt, in der Industrie, sondern auch in den USA. Auch da war ja in der klassischen Industrie in den letzten Jahren nicht viel zu holen. Das Thema AI, KI, hat für Investitionen gesorgt und die Wirtschaft ein Stück weit oben gehalten. Aber in der klassischen Industrie ist eben nicht viel zusammengelaufen. Das hat sich jetzt schon geändert. Die Stimmung hat sich da deutlich verbessert. Davon profitieren, wie du gesagt hast, dann vor allem international aufgestellte Unternehmen.
Tom Roth: Du hast KI jetzt schon angesprochen. Da gab es in den letzten Wochen spannende Entwicklungen. Anthropic hat jetzt einen Teil der IPO-Papers veröffentlicht, wo sehr auch von den Risiken von KI gewarnt wurde. Auf dem UN-Sicherheitskongress wurde auch mehrfach erwähnt, dass man vorsichtig mit der Nutzung sein soll. Das waren ja die Geschäftsführer von den KI-Unternehmen. Wie nimmst du die Entwicklung da aktuell wahr?
Markus Herrmann: Ja, es ist schon eine kuriose Situation insgesamt und das spiegelt sich auch am Aktienmarkt wider. Wir haben eine extreme Volatilität in diesem ganzen KI-Aktienbereich und man ist hin- und hergerissen. Einerseits läuft es natürlich unglaublich gut in der Nachfrage nach den KI-Modellen, nach KI-Chips, nach allem, was dazugehört. Gleichzeitig werden aber immer mehr Risiken vor Augen geführt.
Markus Herrmann: Eines der Risiken ist natürlich das, was du gerade erläutert hast: Inwiefern können diese Modelle denn noch nachhaltig weiterentwickelt werden, wenn man eben das ganze politische Risiko mit einpreist? Die Mehrzahl der guten Modelle in der KI kommt ja aus den USA. Das heißt, ich habe da automatisch dann auch ein politisches Risiko, wenn die US-Administration entscheiden würde: Das verkaufen wir jetzt zum Beispiel nicht mehr nach außen.
Markus Herrmann: Und man hat natürlich diese ganzen Sicherheitsrisiken. Es haben ja im Prinzip jetzt fast alle Chefs der großen KI-Firmen gewarnt, dass man die Geschwindigkeit verlangsamen müsse, dass man erstmal überhaupt Standards schaffen müsse, nach denen die ganzen KI-Modelle dann programmiert und angewendet werden. Und das ist auch so ein bisschen das Problem.
Markus Herrmann: Die Entwicklung geht viel schneller, als man eigentlich gedacht hat und als die Welt sich tatsächlich darauf einstellen kann, auch bezüglich Cybersicherheitsrisiken, Hackerrisiken. Da gibt es eigentlich noch gar keinen richtigen Ansatz, wie man sich hundertprozentig da rüsten kann. Deshalb wird es spannend, inwiefern die Geschwindigkeit tatsächlich gedrosselt werden muss.
Markus Herrmann: Aber im Moment läuft es noch und die Nachfrage ist sehr, sehr stark, natürlich auch nach KI-Chips. Das führt auch zu Knappheiten hier und da. Das ist eine ganz interessante Entwicklung, die auch viele Unternehmen in der Breite betrifft.
Markus Herrmann: Dann hatten wir jüngst auch noch den Launch von Meta Muse. Das ist ebenfalls eine ganz interessante Entwicklung, die den Aktienmarkt beeinflusst hat. Meta Muse ist ein KI-Agent von Meta, der bisher nur in den USA auf den Markt gebracht wurde, in Europa noch nicht. Letzten Endes soll das ein persönlicher Assistent werden für alles, was man im Internet macht: also zum Beispiel Plätze im Restaurant buchen, Konzertkarten kaufen, eine Reiseplanung erstellen und so weiter.
Markus Herrmann: Das funktioniert ziemlich gut. Die Frage ist natürlich, inwiefern werden die Menschen das so adaptieren? Die Downloadzahlen sind jetzt erstmal sehr, sehr stark, aber ich gehe davon aus, dass viele das erstmal nur ausprobieren wollen werden.
Markus Herrmann: Und da sind wir wieder beim Thema Sicherheit und Sicherheitsrisiko, bei der Frage, inwiefern die Menschen bereit sind, auch die kompletten Befugnisse so einem KI-Agenten zu übertragen. Denn wenn ich mir vorstelle, der hat meine Passwörter, der hat meine ganzen Kreditkartendaten, wenn ich sie ihm geben möchte, dann kann damit natürlich auch etwas angestellt werden, das nicht unbedingt dem entspricht, was ich eigentlich haben möchte.
Markus Herrmann: Und wenn beispielsweise mein PC gehackt wird und der Hacker dann auch Zugriff hat auf diesen KI-Agenten, der alle Informationen hat, dann ist das vielleicht nicht gerade das, was man sich unter Unterstützung vorstellt. Das wird extrem spannend werden, wie sich die Welt hier weiterentwickelt.
Tom Roth: Ja, wahrscheinlich auch gerade in Europa dann ein großes Thema, was mit Daten angestellt wird. Dann würde ich sagen, haben wir schon mal einen guten Marktüberblick gemacht. Was hast du uns denn an Aktien heute mitgebracht?
Markus Herrmann: Ich habe wieder zwei Aktien mitgebracht, die auch grob zu den Themen passen, um einfach zu zeigen, was da unsere Philosophie ist und wie wir die Themen dann auch im Portfolio umsetzen.
Markus Herrmann: Wenn ich mit dem LOYS Premium Dividende anfange: Ich habe ja schon vorhin erwähnt, wir haben die Situation, dass hier und da die Chips tatsächlich auch schon knapp werden – und zwar in anderen Industrien, nicht nur für die KI, sondern dass überall Chips aufgekauft werden und dann in allerlei Produkten fehlen oder zu fehlen drohen.
Markus Herrmann: Beispielsweise die Logitech-Chefin, Logitech produziert ja Mäuse, Tastaturen, Gaming-Headsets und so weiter. Da sind natürlich auch überall Chips verbaut. Sie hat gestern ein Interview gegeben mit der Überschrift: „Die KI frisst unsere Chips.“ Die haben tatsächlich eine Chipknappheit, können nicht so viel produzieren, wie sie wollen. Es scheitert gar nicht an der Nachfrage, sondern an der Verfügbarkeit der Chips tatsächlich.
Markus Herrmann: Wir sind nicht bei Logitech investiert, wir haben aber hingegen ein britisches Unternehmen im LOYS Premium Dividende namens Softcat. Das ist die Abkürzung für Software Catalogue. Softcat ist nichts anderes als die Bechtle in UK. Bechtle ist ja hier in Deutschland mit Abstand der größte Händler und Implementierer von Hardware und Software.
Markus Herrmann: Das heißt, wenn man Laptops, Tablets, Netzwerk-Equipment, auch für Rechenzentren beispielsweise, benötigt oder Microsoft-Software und andere Software, dann kann man die zum Beispiel eben bei Bechtle bekommen und kriegt da dementsprechend ordentliche Rabatte beziehungsweise ordentliche Preise. Genau dasselbe macht Softcat in UK, in Großbritannien.
Markus Herrmann: Die sind dort mit Abstand der größte Anbieter und haben einen phänomenalen Track Record, was das Wachstum angeht. Softcat wächst seit vielen, vielen Jahren zweistellig organisch, hat eine sehr ordentliche Marge und ein tolles Management.
Markus Herrmann: Die Frage ist ja, warum gelingt es dem Unternehmen stetig, Marktanteile zu gewinnen? Da herrscht einfach eine ganz besondere Unternehmenskultur. Ich war hier schon mehrfach vor Ort und habe mich davon überzeugt. Die Mitarbeiter sind extrem motiviert. Das liegt nicht nur daran, dass eine positive Atmosphäre herrscht und den Mitarbeitern viele Freiheiten und viel Verantwortung gegeben werden, sondern vor allem daran, dass sie sehr stark am Erfolg incentiviert sind.
Markus Herrmann: Das stelle ich immer wieder fest, wenn man Unternehmen vergleicht: Die Unternehmen, die den Mitarbeitern viel Vertrauen geben, aber gleichzeitig die Incentivierung danach ausrichten, sodass die Mitarbeiter, die keinen Erfolg haben, relativ schnell das Unternehmen freiwillig verlassen, weil sie zu wenig verdienen, und die Mitarbeiter, die extrem viel Erfolg haben und gute Arbeit leisten, dann quasi aufsteigen und bleiben, weil sie aufgrund der Incentivierung gut verdienen – diese Unternehmen sind oft am erfolgreichsten.
Markus Herrmann: Softcat hat dieses Incentivierungssystem wirklich zu 100 Prozent optimiert und zieht dementsprechend leistungswillige Mitarbeiter an, die Vollgas geben, die dann auch gut verdienen und die gegenüber den Konkurrenten Marktanteile abgreifen.
Markus Herrmann: Das Schöne ist bei so einem Nischenplayer, der aber der größte in seinem abgesteckten Markt ist: Diese Unternehmen haben dann meistens noch Produkte, wenn kleinere Konkurrenten aufgrund des Chipmangels keine mehr haben oder auch keine mehr zugeteilt bekommen. Wenn ich beispielsweise zu Nvidia gehe oder Cisco als Kleinstunternehmen mit 20 Mitarbeitern und sage, ich brauche jetzt noch ein paar knappe Teile, dann sagen die: Na ja, du bist für uns nicht so wichtig wie beispielsweise eine Softcat. Dementsprechend geben wir die Teile lieber zu Softcat.
Markus Herrmann: Das ist eben der Vorteil. Deshalb gewinnen die momentan auch extrem Marktanteile, noch mehr als in normalen Jahren. Softcat hat jetzt auch noch eine Akquisition gemacht, die erste in der Geschichte von Softcat im Ausland, in den USA, um eben das Erfolgsrezept aus Großbritannien dort auch auszubreiten. Man hat eine Firma akquiriert, die letztes Jahr 30 Prozent organisch gewachsen ist. Also die Erfolgsstory geht hier weiter.
Markus Herrmann: Die Dividendenrendite beträgt knapp drei Prozent. Dafür, dass ich hier ein zweistellig wachsendes Unternehmen habe, ist das natürlich dementsprechend attraktiv.
Tom Roth: Also eine gute Mischung aus interner Struktur, Größe und einem gewissen Marktzugang.
Markus Herrmann: Genau.
Tom Roth: Was hast du uns für Deutschland an Aktien mitgebracht?
Markus Herrmann: Für Deutschland heute im LOYS Premium Deutschland eine Aktie, die eben auch davon profitiert, dass die Wirtschaft jetzt anzieht, dass die Nachfrage anzieht und die gleichzeitig diese internationale Aufstellung mit sich bringt, die wir vorhin angesprochen haben. Das ist die JOST Werke AG aus Neu-Isenburg bei Frankfurt.
Markus Herrmann: Wir verfolgen JOST schon seit vielen, vielen Jahren und sind die meiste Zeit auch investiert. JOST ist ein Zulieferer für den LKW- und LKW-Aufliegerbereich und auch für landwirtschaftliches Gerät, also vor allem für Traktoren.
Markus Herrmann: Im LKW-Bereich und für die Auflieger macht man vor allem den sogenannten Königszapfen. Das heißt, das Verbindungsteil von Zugmaschine zum Auflieger auf dem LKW. Man kennt das vielleicht von LKW-Spielzeug: Wenn man die Zugmaschine mit dem Auflieger verbinden muss, dann muss das im Prinzip so eingehakt werden. So ist das ungefähr auch in der Realität.
Markus Herrmann: Dieses Verbindungsteil kommt eben vom Marktführer JOST. Man kann sich vorstellen, da darf kein Fehler passieren. Wenn das Metall porös ist oder dementsprechend nicht richtig hält, dann ist auf der Autobahn plötzlich der Auflieger alleine unterwegs. Das hätte katastrophale Folgen. Dementsprechend muss man da Qualität wählen.
Markus Herrmann: Man macht auch die Stützwinden, also die Beine, sage ich mal, auf denen der Auflieger steht, wenn er irgendwo abgestellt ist. Auch da sollte das Material natürlich dementsprechend halten.
Markus Herrmann: Im Agrarbereich macht man im Prinzip alles, was beim Traktor vorne dran montiert werden kann, also Schaufeln oder im Prinzip Gabelstapler-Gerät und so weiter und so fort. Die Agrarökonomie beziehungsweise Agrarwirtschaft war in den letzten Jahren eher unter Wasser. Die Agrarrohstoffpreise waren niedrig. Dementsprechend haben die Landwirte wenig investiert. Das zieht jetzt wieder richtig an.
Markus Herrmann: Auch der LKW-Zyklus, gerade in den USA, hatte eine Durststrecke erlebt, zieht jetzt massiv an, wird wahrscheinlich jetzt im zweiten Halbjahr 2026 und auch in 2027 zweistellig wachsen. Europa kommt gerade wieder ein bisschen aus den Puschen und auch in Asien läuft es ganz gut. Indien zieht an, das ganze Minenequipment in beispielsweise Indonesien und Australien, wo JOST auch sehr, sehr stark ist, führt zu tollen Umsätzen.
Markus Herrmann: In China ist man dabei, mit den großen chinesischen Truckherstellern den Weltmarkt aufzurollen. Die internationale Aufstellung von JOST ist wirklich bemerkenswert. Unter den Top-10-Kunden kommt mittlerweile die Hälfte der Kunden nicht aus den westlichen Ländern, sondern zum Beispiel aus China, aus Indien, aus Brasilien. Also das sind beispielsweise brasilianische Traktorenhersteller oder eben LKW-Hersteller aus Indien und China.
Markus Herrmann: Dementsprechend ist es für JOST in Zukunft im Prinzip egal, ob jetzt eine Daimler Truck oder eine Scania einen LKW verkauft oder ob das ein chinesischer Anbieter ist, wie zum Beispiel Sany, die sehr große Ambitionen haben. Insgesamt also ein tolles Unternehmen, wachstumsstark, international aufgestellt und das gleichzeitig zu einem sehr überschaubaren Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter zehn. Natürlich ist das ein zyklischer Bereich, aber jetzt eben kurzfristig im Zyklus nach oben zu sehen. Deshalb sind wir hier auch investiert.
Tom Roth: Du hast das ja am Anfang auch beim Thema Deutschland angeschnitten. Das ist jetzt sozusagen auch ein Teilbereich, der sehr positiv verläuft von den Industrien, die wir am Anfang schon erläutert haben.
Markus Herrmann: Genau richtig. Wir haben hier nicht diesen strukturellen Rückgang wie eben in anderen Industrien. Ganz im Gegenteil. Auch hier könnte man, wie ich es ja schon angesprochen habe, davon ausgehen, dass langfristig die westlichen Anbieter, zum Beispiel im LKW-Bereich oder vielleicht auch im Agrarmaschinenbereich, ein ähnliches Schicksal erleiden werden wie die deutschen Automobilkonzerne.
Markus Herrmann: Aber wenn ich natürlich einen Zulieferer habe, der sich jetzt schon bei diesen aufkommenden Anbietern aus Fernost positioniert hat, dann ist das natürlich ein Gewinner dieses strukturellen Wandels.
Markus Herrmann: Was im LKW-Bereich auch ganz, ganz wichtig ist, ist das Thema Service. Über 50 Prozent der Umsätze werden eben im Aftermarket erzielt, also mit Reparatur- und Ersatzteilen. Da brauche ich lokal immer dieses Netzwerk, sodass der LKW, wenn er den Geist aufgibt, wenn er repariert werden muss, schnell in der nächsten Werkstatt ist, wo dann eben zum Beispiel die JOST-Teile auch vorhanden sind.
Markus Herrmann: Das ist für die ganzen Speditionen natürlich sehr, sehr wichtig. Wenn der LKW steht, dann kostet das richtig viel Geld. Der muss fahren, fahren, fahren und dementsprechend brauche ich eben auch die Penetration der verfügbaren Teile.
Tom Roth: Dann danke ich dir, Markus, für die tollen Einblicke und die interessanten Aktienbeispiele und freue mich schon auf den nächsten Podcast.
Markus Herrmann: Ich mich auch.