Goldener Oktober


Börsen durch Zinsängste belastet

Ein Gespenst geht um an den Börsen, könnte man in Anlehnung an das berühmte kommunistische Manifest von Karl Marx texten. Es geht aber nicht um das Gespenst des Kommunismus, wie bei Marx, sondern um eine `Zinswende´. 

Dabei muss man sich vor Augen halten, dass die Zinsen für amerikanische Staatsanleihen seit fast vierzig Jahren gefallen sind. Weil die Vereinigten Staaten mit ihrem riesigen Finanzmarkt der Nordstern für den Rest der Kapitalmarktwelt sind, spielen die Zinsentwicklungen in der Weltleitnation auch in Europa eine zentrale Rolle. Folgerichtig stiegen auch in Deutschland und Europa die Renditen von Staatsanleihen zwischenzeitlich an. Wie zu erwarten haben die Notenbanken signalisiert, einem Zinsanstieg entgegenwirken zu wollen.

An den Aktienmärkten wurden die Kursverluste des Bondmarktes sensibel registriert. Denn der traditionelle Zusammenhang zwischen Anleihen und Aktien ist nach wie vor gültig: Höhere Zinsen sind cet. par. Gift für den Aktienmarkt, während fallende Zinsraten ein Labsal für ihn darstellen. Ohne Zweifel ist ein relevanter Anteil der fulminanten Aktienhausse seit März 2009 den aggressiven Zinssenkungspolitiken der Notenbanken zu verdanken gewesen.

Die zu beobachtenden Kursverluste bei Anleihen entbehren keineswegs einer nachvollziehbaren Logik. Tatsächlich verdichteten sich zuletzt erste Inflationssorgen. Kräftig anziehende Rohstoffpreise, knappe Logistikkapazitäten, Engpässe bei Chips für die Autoindustrie und Lieferkettendisruptionen begünstigen die Preiserhöhungsspielräume vieler Unternehmen. Das soeben in Deutschland geplante `Lieferkettengesetz´ wird sein Übriges tun. Gestiegene Steuern und Abgaben wie z.B. auf Energie sorgen für zusätzlichen Preisauftrieb. Was für die Gütermärkte gilt, konnte man auf den Märkten für Vermögensanlagen bereits seit Jahren beobachten. Dort kam es vor allem bei Zinspapieren, Immobilien und in manchen Sektoren auch bei Aktien zu enormen und oft übertriebenen Preissteigerungen.

Ungeachtet dessen gilt das Wort von der alternativlosen Aktienanlage nach wie vor. Nur ist dabei darauf zu achten, in der Aktienselektion einen Bogen um überbeliebte Papiere zu machen. Gewiss finden sich im Internet- und Softwaresektor ebenso einige Beispiele für überteuerte Titel wie auch im Bereich der Elektrofahrzeuge und der Wasserstofftechnik. Es mag zwar verlockend sein, dem rosigen Narrativ solcher Branchen Glauben zu schenken, aber ohne einen gründlichen Blick auf die Zahlen wäre es tollkühn, sein Geld darauf zu setzen. Ältere Börsianer werden sich noch erinnern, wie etwa die kühnen Träume des Neuen Marktes bzw. der Dot.com-Welle weiland zerstoben sind. 

Vor dem beschriebenen Hintergrund lieferten die sieben LOYS Fonds im Februar ein löbliches Kontrastprogramm ab. Alle Fonds vermochten im Februar erfreuliche Nettowertentwicklungen zu zeitigen. Dabei wusste sich unser jüngster Fonds, der erst zum Jahresbeginn aufgelegte LOYS Premium Deutschland, schon wieder die Krone der Wertentwicklung aufzusetzen. Die seit dem Start aufgelaufene Performance beträgt zum Ultimo Februar nicht weniger als 17%. 


Ihre

Fondsmanager und Mitinvestoren


Dr. Christoph Bruns               Ufuk Boydak       

Chicago,                                    Frankfurt a.M. am 28.02.2021